Die Latina

Arten und Vergabe

Was muss man über das Latinum/die Latina wissen?

Der Erwerb des Latinums und des Graecums wird gemäß KMK-Vereinbarung (651) vom 22.09.2005 durch die erfolgreiche Teilnahme am aufsteigenden Pflichtunterricht nach inhaltlichen Anforderungen beschrieben, wobei in den maßgeblichen Zeugnissen mindestens die Note „ausreichend“ (5 Notenpunkte) erreicht worden sein muss. Die Festsetzung des Zeitpunkts zum Erwerb des Latinums bzw. Graecums regeln die Länder unter Beachtung der von der KMK vorgegebenen Bedingungen nach Maßgabe der jeweils geltenden Stundentafeln und Lehrpläne selbst.

Dies geschieht für Schleswig-Holstein unter den Bedingungen der Einführung der Schulzeitverkürzung am Gymnasium, der Kontingentstundentafeln und der Profiloberstufe durch die nachfolgend beschriebenen Regelungen:

Zum Erwerb des Kleinen Latinums müssen die Schülerinnen und Schüler nachweisen, dass sie in angemessenem Umfang Kenntnisse in der Grammatik, im Wortschatz und aus dem Bereich der römischen Politik und Geschichte, Philosophie und Literatur besitzen, so dass sie lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad der Anfangslektüre – bezogen auf Autoren wie Caesar und Nepos oder vergleichbare Autoren – in Inhalt, Aufbau und Aussage erfassen können. Dieses Verständnis ist durch eine sachlich richtige Übersetzung in angemessenem Deutsch, ggf. zusätzlich durch eine vertiefende Interpretation nachzuweisen.

Zum Erwerb des Latinums müssen die Schülerinnen und Schüler durch eine sachlich richtige Übersetzung in angemessenem Deutsch, ggf. zusätzlich durch eine vertiefende Interpretation nachweisen, dass sie in angemessenem Umfang Kenntnisse in der Grammatik, im Wortschatz und aus dem Bereich der römischen Politik und Geschichte, Philosophie und Literatur besitzen, so dass sie lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvollerer Textstellen – bezogen auf Autoren wie Cicero, Sallust, Livius oder vergleichbare Autoren – in Inhalt, Aufbau und Aussage erfassen können.

Zum Erwerb des Großen Latinums müssen Schülerinnen und Schüler nachweisen, dass sie in angemessenem Umfang Kenntnisse in der Grammatik, im Wortschatz und aus dem Bereich der römischen Politik und Geschichte, Philosophie und Literatur besitzen, so dass sie lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvollerer Textstellen – bezogen auf Tacitus oder Livius, Cicero oder vergleichbare Autoren und auf das Werk mindestens eines der Dichter Horaz oder Vergil – in Inhalt, Aufbau und Aussage erfassen können. Dieses Verständnis ist durch eine sachlich richtige Übersetzung in angemessenem Deutsch, ggf. zusätzlich durch eine vertiefende Interpretation nachzuweisen.

Das Erreichen dieser Fähigkeiten ist unter den Bedingungen des neunjährigen und des achtjährigen gymnasialen Bildungsganges, der Kontingentstundentafeln und der Regelungen zur Profiloberstufe wie im Folgenden aufgeführt zu erwarten. Die Latina werden beim vollständigen Durchlaufen des Bildungsganges bis zum Abitur erst mit dem Abschluss des Bildungsganges bescheinigt. Maßgeblich für die Erteilung ist dabei nicht die Menge des erteilten Unterrichts, sondern der Nachweis des Erwerbs der o. g. Kompetenzen. Die u. g. Darstellung beschreibt jeweils den frühest möglichen Zeitpunkt, zu dem diese Kompetenzen in der Regel erreicht sein werden. 

 

Wann erwerbe ich welches Latinum?

 Im Falle von G9 und Profiloberstufe

Kleines Latinum (Abschluss mindestens „ausreichend“/5 Notenpunkte):

  • Latein als zweite Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 7 – 10
  • Latein als dritte Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 9 – 11

Latinum (Abschluss mindestens „ausreichend“/5 Notenpunkte):

  • Latein als zweite Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 7 – 11
  • Latein als dritte Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 9 – 12

Großes Latinum (Abschluss mindestens „ausreichend“/5 Notenpunkte):

  • Latein als zweite Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 7 – 13
  • Latein als dritte Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 9 – 13
    (abhängig vom Erreichen der für die Zuerkennung des Großen Latinums entsprechend notwendigen Kompetenzen; auf speziellen Antrag beim Ministerium)

 

Im Falle von G8 und Profiloberstufe

Unter den Voraussetzungen des achtjährigen gymnasialen Bildungsganges und der Profiloberstufe ist zu erwarten, dass die oben beschriebenen Kompetenzen in der Regel frühestens wie folgt erreicht werden:

Kleines Latinum (Abschluss mindestens „ausreichend“/5 Notenpunkte):

  • Latein als zweite Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 6 – 9
  • Latein als dritte Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 8 – 10

Latinum (Abschluss mindestens „ausreichend“/5 Notenpunkte):

  • Latein als zweite Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 6 – 10
  • Latein als dritte Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 8 – 11

Großes Latinum (Abschluss mindestens „ausreichend“/5 Notenpunkte):

  • Latein als zweite Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 6 – 12
  • Latein als dritte Fremdsprache: Unterricht in den Jahrgangsstufen 8 – 12
    (abhängig vom Erreichen der für die Zuerkennung des Großen Latinums entsprechend notwendigen Kompetenzen; auf speziellen Antrag beim Ministerium)

Latina im Studium

 

Für einige Studiengänge und - abschlüsse sind auch heute noch Lateinkenntnisse in verschiedenem Umfang (nur Latein"kenntnisse" (= das sog. kleine Latinum), das KMK-Latinum (= Latinum) oder das Große Latinum)) von Nöten.

Am besten informiert man sich bei der jeweiligen Uni, die präferiert wird, ob für die angestrebte Fachrichtung bzw. den angestrebten Abschlusswunsch ein Latinum bzw. Lateinkenntnisse notwendig sind.

Für die CAU Kiel verweise ich auf die folgenden Links:

http://www.zsb.uni-kiel.de/infoblaetter/sprachkenntnisse.shtml

http://www.klassalt.uni-kiel.de/de/studium/lateinstudiumdez11.pdf