Wettbewerbe

Wettbewerbe

Warum Wettbewerbe?

Die Teilnahme an Wettbewerben bietet gerade guten und sehr guten Schülerinnen und Schülern eine einmalige Chance, persönlichen Vorlieben und Stärken auch in außerschulischen Bereichen nachzugehen und dabei Anerkennung für eigene Leistungen zu erfahren, die über gute oder sehr gute schulische Noten weit hinausgeht.
Schülerinnen und Schüler erwerben außerdem bei Wettbewerbsteilnahmen "ganz nebenbei" Schlüsselqualifikationen wie Eigeninitiative, Teamfähigkeit, Organisations- und Präsentationsfähigkeit und natürlich auch Mut und Selbstvertrauen.
Und nicht zuletzt sammeln Schülerinnen und Schüler in Wettbewerben Erfahrungen, knüpfen Kontakte und lernen neue Perspektiven kennen, die eventuell Entscheidungen hinsichtlich der künftigen Berufswahl erleichtern können.

Aktuelles:

Schülerinnen des Französisch-Profils gewinnen zwei 4. Preise bei Kurzfilmwettbewerb des Bundespräsidenten! Details siehe Zeitungsartikel vom 15. August 2012 der Eckernförder Zeitung online.

Die Jungmannschule bietet im Fach Französisch ihren Schülerinnen und Schülern eine Vielzahl an Wettbewerben an, die je nach Wahl des Wettbewerbs nicht ausschließlich sprachliche Schwerpunkte haben, sondern auch die Kreativität der Teilnehmer herausfordern. Genauere Informationen zu den einzelnen Wettbewerben finden Sie unter den einzelnen Wettbewerbsseiten.

Vorlesewettbewerb

 

Rückblick: Französischer Vorlesewettbewerb in Kiel am 27.4.2010

Am Dienstag, den 27.4.2010 fand der Französisch Vorlesewettbewerb der Gymnasien und Gesamtschulen in Kiel am Botanischen Garten im Literaturhaus statt.
Da sehr viele Schüler teilnahmen, die im 3. oder 4. Lehrjahr waren, mussten diese in zwei Gruppen aufgeteilt werden. In meiner Gruppe waren 21 Jungen und Mädchen.
Als wir uns im Eingangsbereich registriert hatten, konnten wir in den Vorlesesaal gehen, um uns dort einen Platz zum Sitzen zu suchen und noch einmal den Text durchzugehen.
Nach etwas Verspätung um kurz nach drei begann dann die Veranstaltung.
Die Teilnehmer, Eltern und Lehrer/Lehrerinnen wurden begrüßt und kurze Zeit später wurden wir in einen kleinen Raum geschickt, in dem alle auf ihren Auftritt warten sollten. Man wurde einzelnd aufgerufen und während des Lesens des anderen konnte man sich in einem Nebenraum den unbekannten Text einmal durchlesen. Nach kurzer Zeit war man dann auch schon an der Reihe.
In Vorlesesaal stand ein Podest, auf dem ein Tisch mit Mikrofon platziert war. An der Seite saß die 5-köpfige Jury. Nachdem man seinen vorbereiteten Text vorgelesen hatte, musste man den 1-minütigen unbekannten Text lesen. Man wurde mit Applaus belohnt und konnte sich dann zu den Eltern sitzen, um sich den Rest des Wettbewerbs anzugucken. Da ich die Dritte war, die vorlesen musste, konnte ich mir die restlichen Teilnehmer angucken und war begeistert wie viele gute dabei waren.
Nach ca. anderthalb Stunden vorlesen, ging es dann an die Auswertung der Jury. Nach 20 Minuten war dann die Verkündung der Platzierungen. Die Plätze wurden ab dem Siebten Platz verkündet, die anderen hatten mit Erfolg teilgenomen. Am Ende des Tages sprang für mich der dritte Platz heraus, den ich mit einem zweitem Mädchen belegte. Ich war sehr glücklich, denn letztes Jahr hatte ich "nur" den siebten Platz gemacht und nun hatte ich es endlich auf´s "Treppchen" geschafft!
Insgesamt gab es noch einen zweiten Platz und zwei erste Plätze. Die Sieger bekamen eine Frankreich Umhängetasche und Eintrittskarten für ein Konzert in Kiel. Die zweit- und drittplatzierten erhielten eine Tasche mit Broschüren der EU und Frankreich, ein "Brest"-Buch und viele Kleinigkeiten.
Das war ein toller Tag und ohne die tolle Unterstützung meiner Französischlehrerin Frau Hönig, hätte ich es bestimmt nicht so weit geschafft.

Finja Carlson

Französisch-Olympiade

Französisch-Olympiade 2012

Ausschnitt aus der Eckernförder Zeitung vom 11.02.2012:
(Artikel online)

Französisch-Olympiade: In fünf Disziplinen zum Sieg
11. Februar 2012 | 04:40 Uhr | Von Michelle Ritterbusch
Eckernförde. Spielerisch und doch mit Ehrgeiz Französisch lernen - das ist das Konzept der Französisch-Olympiade. Claudia Litwin, Französisch- und Englischlehrerin an der Jungmannschule, hat gestern zum zweiten Mal die Schüler der siebten Klasse zum Wettkampf geladen. Seit anderthalb Jahren lernen die Jugendlichen die Sprache, nun sollten sie zeigen, was sie gelernt haben. In den Disziplinen Vokabeln, Leseverständnis, Schreiben, Grammatik und Hörverständnis traten die Schüler gegeneinander an. Die drei Besten werden in ein paar Tagen prämiert.
Unterstützt wurden sie bei den zum Teil kniffligen Aufgaben von Schülern des elften Jahrgangs, die nach fünf Jahren Französischunterricht schon Erfahrung im Schreiben und Sprechen der fremden Sprache haben.
Trotzdem: Manchmal mussten auch die Elftklässler ein Wörterbuch zur Hand nehmen. "Aber meistens kann man den Schülern dann helfen", sagte Mathis Sander. Französisch ist eines der Lieblingsfächer des 17-Jährigen, "weil es sich von anderen Fächern unterscheidet: Man lernt frei zu sprechen und arbeitet viel in der Gruppe", erklärte er. Bei der Französisch-Olympiade hatte auch er Spaß. Es sei interessant, den Unterricht einmal aus der Sicht eines Lehrers zu sehen, sagte er.
Claudia Litwin hofft, dass durch die jahrgangsübergreifende Aktion die Bindung zwischen den Schülern verbessert wird. Auch, wenn die Olympiade für einige der drei Teilnehmerklassen einen ernsten Hintergrund hatte: Neben der Wertung für die Platzierungen tritt die Aktion in einigen Klassen als Substitutionsleistung an die Stelle einer Klassenarbeit. Also war neben allem Spaß, den die Jugendlichen bei der Gruppenarbeit hatten, auch Konzentration gefragt, um am Ende eine möglichst gute Note einstreichen zu können.
Felix Stobbe nahm’s gelassen. Ihm gefiel die Olympiade "ganz gut", das sei mal etwas anderes als eine Klassenarbeit, meinte der Zwölfjährige. Ihm gefiel es, seine Französischkenntnisse unter Beweis zu stellen.
Und dass die Siebtklässler schon eine ganze Menge können, zeigten sie gestern. Sie beantworteten Fragen zu einer Theaterszene, lasen einen Text, füllten Fragebögen zu den Themen Zahlen, Tiere, Uhrzeiten sowie zu den grammatikalischen Formen der Verneinung, Vergangenheit und des Futur und des Präsens aus, und am Ende schauten sie einen Film.
Besonders mochte Felix die Station, an der die Schüler einen Eiffelturm bastelten und ihn mit Bildern und Informationen zu sich selbst bestückten. "So erfährt man einiges über die anderen", stellte er fest.

Rückblick: Französisch-Olympiade am 17.12.10

Am 17.12.10 veranstalteten wir erstmalig an der Jungmannschule eine Französisch-Olympiade für die 7. und 8. Klassen. An der Olympiade nahmen alle Französischklassen des Jahrgangs 7 (G8) und 8 (G9) teil und wurden an insgesamt fünf Stationen von ihren Französischlehrkräften betreut (Frau Adami-Dietz, Frau Clausen, Frau Sceklein, Frau Tönnies-Czauderna und Frau Litwin).
Die Aufgaben an den fünf Stationen richteten sich an verschiedene Kompetenzen der Schüler und Schülerinnen, die sie während des ersten Lernjahrs Französisch erlangt haben. So standen das Hörverstehen, das Leseverstehen, die Schreibkompetenz, die lexikalische sowie die grammatische Kompetenz im Mittelpunkt. Im Anschluss an die Französisch-Olympiade gingen wir mit allen Schülern und Schülerinnen ins Kino-Center Eckernförde, um uns dort den Film „Der kleine Nick“ (Le petit Nicolas) gemeinsam anzuschauen.
Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse im Januar wurde die beste Klasse und die drei besten Schüler und Schülerinnen aller Klassen prämiert. Die drei besten Mädchen waren Julia Tiedemann (139,5 Pkt.), Kristina Carstensen (138 Pkt.) und Julia Schoeler (137 Pkt.). Zu den besten Jungs gehörten Björn Petersen (131 Pkt.), Jon-Vincent Drewes und Lasse Stöcken (130 Pkt.) und Nico Schmidt (122 Pkt.). Die beste Klasse insgesamt war die 8f (120 Pkt.). Zudem gab es für jeden Schüler und jede Schülerin eine Urkunde und einen Eiffelturm-Schlüsselanhänger, um den gemeinsamen „französischen“ Tag in guter Erinnerung zu behalten und für das Sprachenlernen im neuen Jahr zu motivieren. Wir denken, dass es sowohl für die Schüler und Schülerinnen als auch für die Lehrkräfte ein schöner gemeinsamer „französischer“ Tag war, der vor allem gezeigt hat, was sie in der kurzen Zeit schon alles gelernt haben und wie viel Spaß es macht, gemeinsam Französisch zu lernen!
Claudia Litwin

Bundeswettbewerb für Fremdsprachen

"In der Welt zuhause: Die Teilnehmer des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen sind selten sprachlos und finden auch an den exotischsten Orten die richtigen Worte. Und wer sich auf den vielen Veranstaltungen des Wettbewerbs mit ihnen unterhält, merkt: Die Kommunikation in einer Fremdsprache macht Spaß – und in mehreren Fremdsprachen erst recht." (Textauszug von der Homepage des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen).
Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen möchte junge Leute ermuntern, ihre Fremdsprachen-Kenntnisse anzuwenden, zu verfestigen oder neue Sprachen zu erlernen. Der Wettbewerb ist Teil des Begabtenförderungsprogramms der Bundesregierung und der entsprechenden Programme der Landesregierungen. Gefördert wird der Wettbewerb vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Die Kultusminister der Länder unterstützen den Wettbewerb und rufen zur Teilnahme auf.

Beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen kann man in sechs Kategorien antreten. Ob alleine oder im Team mit Freunden, der Klasse oder AG, ob in einer Fremdsprache oder in zwei oder mehreren Fremdsprachen, die Wettbewerbsmöglichkeiten sind vielfältig!
Beim Wettbewerb „Team Schule“ für die Jahrgangsstufen 5 bis 10 drehen die Teilnehmer z.B. einen Film oder bringen beim Finale, dem „Sprachenfest“, einen Sketch auf die Bühne. Auch beim Oberstufenwettbewerb zählen nicht nur Grammatik- und Vokabelwissen. Genauso wichtig sind Offenheit, Interesse an fremden Kulturen und Spaß am Diskutieren und Argumentieren.
Und nicht jede Sprache muss perfekt sitzen, wenn man sich zum Bundeswettbewerb anmeldet. So ist der Ostasienwettbewerb ein Motivationswettbewerb. Mit dem Start des Wettbewerbs sammeln die Teilnehmer erste Kenntnisse in den Sprachen Chinesisch und Japanisch.
Und die Preise, die man bei diesem Wettbewerb gewinnen kann, sind neben den vielfältigen Erfahrungen und dem Spaß an der Teilnahme auch nicht zu verachten......

Welche Wettbewerbs-Kategorien gibt es?
Hier finden Sie einen Überblick über die unterschiedlichen Wettbewerbe.

Welche Preise kann man gewinnen?
Hier erhalten Sie einen Überblick über die Gewinne.

Weitere Informationen zum Wettbewerb Fremdsprachen finden Sie auf der entsprechenden Homepage.

FrancoMusiques

 

Die Französische Botschaft, der Cornelsen Verlag und die Musikagentur bureauexport Berlin initiieren jährlich einen Schülerwettbewerb, der das Interesse für die französische Musik und Sprache stärken will.

Auf der Homepage von FrancoMusiques wurde vor einigen Jahren ein Grußwort der französischen Botschaft veröffentlicht, das sehr schön beschreibt, was das Charakteristische des Wettbewerbs ist. Wir möchten daher hier dieses Grußwort zitieren:

Zu den Aufgaben des Institut Français d’Allemagne gehört die Förderung des Französischunterrichts an deutschen Schulen. Da aber jede Sprache Ausdruck einer Kultur ist, versteht sich Französischwerbung nicht ohne die Förderung der frankophonen Kultur. FrancoMusiques ist das beste Beispiel dafür. Das Schöne an FrancoMusiques ist, dass Schüler – sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene – beweisen, was sie mit ihren Französischkenntnissen schon alles können: Lieder in der Originalfassung verstehen, Liedertexte schreiben, die Musik dazu komponieren, ja sogar das geschaffene Lied vortragen. Und nicht zuletzt: Dabei lernen sie, dass AUCH Musik sich mit französischer Grammatik reimen lässt! Die Qualität der Beiträge, die unsere Jury seit drei Jahren beim FrancoMusiques-Wettbewerb bewertet, zeigt, wie stark die Verbindung von Musik und Sprache die Kreativität der Schüler fördert. Dass Lieder den Französischunterricht attraktiver machen, wissen die Lehrer schon lange. Das Originelle an FrancoMusiques ist, dass ihnen jedes Jahr eine neue Auswahl von Interpreten und Musikstilen aus der frankophonen Welt angeboten wird. Die Musik-CD, die in Kooperation zwischen dem Cornelsen Verlag und dem bureauexport Berlin erstellt wird und die jeder interessierte Lehrer kostenlos bestellen kann, ermöglicht eine Aktualisierung des Unterrichtsstoffs, die den Pädagogen viel Aufwand kosten würde, müsste er sie selbst zusammenstellen. Thematisch, musikalisch und sprachlich ist die Palette so breit, dass sich für jede Lernsituation das Passende finden lässt. Und wer Anregungen oder Ideen für die Verwendung im Unterricht braucht, hat im Internet oder bei Fortbildungsseminaren Zugriff auf pädagogisches Material, das jedes Jahr vom Cornelsen Verlag passend zur aktuellen CD entwickelt wird. Besonders wichtig ist die vielfältige Umsetzbarkeit von FrancoMusiques als pädagogisches Konzept. Der Lehrer kann nämlich entscheiden, wie groß der Einsatz seiner Klasse im Umgang mit dem Projekt sein soll: Er kann es bei einer Schnupperstunde belassen oder eine ganze Unterrichtsreihe zum Thema vorbereiten; er kann mit den Schülern ein Konzert live erleben und / oder an unserem Wettbewerb teilnehmen. Im Grunde siegen bei FrancoMusiques nicht die Klassen, die von unserer Jury ausgezeichnet werden, es siegen alle Lehrer, die wenigstens einmal im Schuljahr ihre Schüler dazu bringen, ein Lied auf unserer Musik-CD mitzuhören und die CD dann nach Hause mitzunehmen, weil sie Lust auf mehr bekommen haben. Deshalb bedanken wir uns im Voraus bei allen Lehrern und Schülern, die dieses Jahr (wieder?) bei FrancoMusiques mitmachen werden!
Charles Malinas
Conseiller culturel
Ambassade de France en République Fédérale d‘Allemagne

Weitere Informationen zu Teilnahmebedingungen, zu Bewerbungsfristen etc. finden Sie auf der Homepage von FrancoMusiques.

Le Prix des lycéens allemands

Erfahrungsbericht einer Schülerin:

 

Aus dem Französischunterricht im Klassenraum bis zur Leipziger Buchmesse

Es fing alles an, als wir, das erste Sprachprofil, in der 12. Klasse aus unseren Herbstferien zurückkehrten. Gut erholt und munter trafen wir auf unsere mindestens genauso energiegeladene Französischlehrerin Frau Tönnies. Fasziniert hielt sie uns vier französische Bücher unter die Nase.
Die Titel sagten uns alle nichts, von den Autoren hatte wir auch noch nie etwas gehört und die Aufmachung der Romane überzeugte uns überhaupt nicht, aber gut, das konnte ja auch ein Verlag verzapft haben. Was waren das also für Romane?
Es waren genau die vier Jugendromane des „Prix des lycéens allemands 2010“, ein Projekt, das seit 2004 jährlich von der Kulturabteilung der französischen Botschaft Berlin organisiert wird. „4 Romane, 4000 Juroren, 1 Literaturpreis“, lautete das Motto. Alles klar: 4 Romane – das war logisch, aber warum 1 Literaturpreis und wieso so viele Juroren?
Wir ließen uns erklären, dass wir, Schüler und Schülerinnen an deutschen Schulen, den besten französischen Jugendroman des Jahres auszeichnen dürften. Das klang ja schon mal höchst interessant! Die Schulklassen, die teilnehmen wollten, sollten also die Romane durcharbeiten, sich für den ihrer Meinung nach besten Roman entscheiden und einen Repräsentanten zur großen Diskussion auf Landesebene schicken. Von dort würde dann ein Delegierter zur Leipziger Buchmesse fahren und auf Bundesebene den Autor mit auswählen, der den Literaturpreis gewinnen sollte.
Unsere Klasse war begeistert von dem Projekt, allerdings kamen uns große Zweifel, ob eine Durchführung möglich sei. Uns war klar, dass ein „bisschen“ mehr Arbeit und Zeit dahinter stecken würde, als die Romane bloß zu lesen.
Nach langen und intensiven Diskussionen wurde beschlossen, die Klasse in Gruppen aufzuteilen, die jeweils einen Roman bearbeiten sollten. Alle durften aber natürlich die anderen Werke auch lesen. Es handelte sich um: „Mon amour kalachnikov“ von Sylvie Deshors, „Orages“ von Sonia Ristiæ, „L’âge d’ange“ von Anne Percin und „La gazelle“ von Hubert Ben Kemoun.
Schon beim Lesen der ersten Seiten stellte ich fest, dass die letzten beiden Romane nur eine sehr kleine Zielgruppe ansprechen, in die ich anscheinend nicht hineingehöre. „Mon amour kalachnikov“ hingegen, ein sehr spannend und abwechslungsreich geschriebener Kriminalroman, gefiel mir schon eher. Ich wollte aber lieber einen Roman, der mich richtig überzeugte, für den ich mich gerne einsetzten würde. Genau das tat das Werk „Orages“ und ich entschied mich, dieses Werk in der Gruppenarbeit zu bearbeiten.
Wir stellten Portfolios her, mit Inhaltsangaben, Personenbeschreibungen, kreativen Aufgaben, Interpretationen, Kommentaren, usw. Nach Wochen der Arbeit stellten wir uns gegenseitig unsere Romane vor und präsentierten sie zusätzlich dem Französischprofil der 11. Klasse. Danach wurde in beiden Profilklassen geheim abgestimmt, welcher Roman am besten gefiel. Mit großem Abstand gewann „Orages“!!
Wir waren uns einig, dieser Roman sei besonders vielseitig und entspräche nicht der breiten Masse. Dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten, bemerkten wir außerdem, als die Autorin Sonia Ristiæ nach Kiel ins Centre Culturel Français kam, um uns einen Ausschnitt vorzulesen und sich unseren Fragen zu stellen. Diese Regisseurin aus Paris bescherte uns einen sehr unterhaltsamen Abend. Ich hatte anschließend die Möglichkeit, mich mit ihr zu unterhalten. Sie war sehr interessiert und wollte, dass ich ihr unser Portfolio schickte. Dadurch konnten wir auch später noch per E-mail Kontakt halten.
Bestätigt in unserer Entscheidung, mussten wir noch klären, wer die Klasse in Kiel bei der Diskussion für Schleswig-Holstein vertreten sollte. Da mir Französisch immer sehr gefallen hat, ich gerne diskutiere und unbedingt wollte, dass „Orages“ gewann, war ich gerne bereit, die Aufgabe zu übernehmen.
Es mussten also noch ein paar schlagkräftige Argumente für unseren Roman und gegen die anderen her und dann ging es am 26. Februar los.
Obwohl es sich um einen Freitagabend handelte, kamen fast alle meine Klassenkameraden, meine Französischlehrerin Frau Tönnies und sogar meine ehemalige Französischlehrerin Frau Adami zur Unterstützung mit. Es konnte also eigentlich nichts mehr schief laufen. Mit 17 anderen Schülern aus Schleswig-Holstein und drei Juroren saß ich nun an den Diskussionstischen, um uns herum die Schulklassen und Lehrer. Ich war etwas nervös und daher sehr froh, nicht allein gekommen zu sein. Die ermutigenden Blicke der anderen halfen mir, ruhig zu bleiben.
Die Diskussion startete, ohne dass wir wussten, wie der genaue Ablauf aussehen würde. Es war auch egal, ich hatte ja nur das eine Ziel: „Orages“ sollte gewinnen! Die einzelnen Bücher sollten zunächst noch einmal inhaltlich von uns vorgestellt werden und dann wurden die Argumente genannt. Dies geschah allerdings durch Meldung, was die Diskussion um einiges komplizierter machte. Es war schwieriger, sich auf schon genannte Argumente zu beziehen, da zwischenzeitlich neue genannt wurden. Daher musste man oft, wenn man endlich aufgerufen wurde, sofort umdenken, anders argumentieren und im Übereifer nicht vergessen, dass die Diskussion bitte auf Französisch ablaufen sollte.
Erst am Schluss durften wir auf „französische Art“ fortfahren, d.h. die Hauptsache war, schnelle, laute, rhetorisch elegante Argumente zu bringen, wie schlagkräftig diese inhaltlich waren, blieb zweitrangig.
Im Anschluss an die Diskussion, als ich endlich zu meinen treuen Begleitern durfte, merkte ich erst, wie angespannt ich gewesen war und wie schnell die zwei Stunden vorbeigeeilt waren.
Per anonymer Abstimmung wurde der Gewinnerroman gewählt. Es war „Orages“! Unser Ziel war erreicht und alle hatten ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. Doch es folgte eine weitere Abstimmung. Diesmal sollte gewählt werden, wer als Vertreter für unser Bundesland nach Leipzig zur Buchmesse fahren sollte. Ich war total überrascht zu erfahren, dass ich das machen durfte, da ich während der Diskussion viel zu vertieft in die Argumente war, um mir ein Bild von unseren unterschiedlichen Argumentationsweisen zu verschaffen. Umso mehr freute ich mich!
Am 18. März fuhren Frau Tönnies und ich also nach Leipzig. Kaum angekommen, fing die Diskussionsrunde auch schon an, diesmal nur mit 16 Schülern, aber das Ergebnis war gleich: „Orages“ gewann. Damit war unsere Arbeit aber noch nicht getan. Wir sollten die Preisverleihung vorbereiten! Auch die Lehrer durften nun ans Werk gehen und eine Rede für dieses Ereignis herzaubern. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mit den anderen Schülern aus den übrigen Bundesländern zusammen zu arbeiten. Wir verstanden uns sofort, alles klappte problemlos und nach dem Abendessen zogen wir zusammen los, um Leipzig zu erkunden.
Am nächsten Tag fuhren wir früh zum Messegelände und es fand eine Lesung der Autoren und eine Fragerunde statt. Drei der vier Autoren waren anwesend und so traf ich auch Sonia Ristiæ wieder.
Nachmittags war es endlich soweit: Die große Preisverleihung fand im Congress Center Leipzig statt.
Es wurden zahlreiche Reden gehalten, unter anderem von der Geschäftsführung des Klett-Verlags und vom Leiter der Kulturabteilung der französischen Botschaft. Zwischendurch war es unsere Aufgabe, dem Publikum die Romane kurz auf Französisch vorzustellen und anschließend verkündeten wir alle zusammen, dass „Orages“ gewonnen hatte. Sonia Ristiæ wurde ein riesiger Scheck überreicht. Ihr Roman wird nun vom Klett-Verlag als Lernmaterial aufgenommen und außerdem ins Deutsche übersetzt.
Nach Danksagungen und vielen Gruppenfotos gab es traurige Verabschiedungsszenen. Frau Tönnies und ich reisten, von den letzten Tagen total begeistert, wieder nach Hause. Nie hätte ich gedacht, dass dieses Schulprojekt so einen tollen Verlauf nehmen würde!

Mareike Becker, 12a (Schuljahr 2009/ 2010)

mareike.jpg

Weitere Informationen zum Prix des lycéens allemands finden sie auf der Homepage des Prix lycéens.